Pädagogik (Sek I) und Erziehungswissenschaften (Sek II)

„Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus
ihm macht. Es ist zu bemerken, dass der Mensch nur durch Menschen erzogen wird, durch
Menschen, die ebenfalls erzogen sind.“
(Immanuel Kant)

Pädagogik in der Mittelstufe

Pädagogik wird in der Mittelstufe im Rahmen des Differenzierungsfaches Gesellschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Europa angeboten. Das Fach Europa gliedert sich dabei in die
Fächer Erdkunde, Geschichte, Politik und Pädagogik. Jedes Fach wird dabei epochal in einem Halbjahr unterrichtet.

Das Leitthema für das Fach Pädagogik lautet:

Lernen für Europa – wie wir und andere leben und lernen

Konkret beschäftigen wir uns mit folgenden Themen:

  • Erziehungs- und Bildungsinstitutionen im internationalen Vergleich
  • Internationale Vergleichsstudien (z.B. PISA)
  • Erziehung zwischen Kulturen
  • Interkulturelles Lernen: Besser verstehen durch Kommunikation

Welchen Beitrag leistet Pädagogik im WPII-Bereich?

Das Fach regt dazu an,

  • Neugier, Offenheit und Verständnis für andere kulturelle Prägungen zu entwickeln.
  • anderen kulturellen Lebensformen und -orientierungen zu begegnen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen und dabei Ängste einzugestehen und Spannungen aushalten zu können.
  • sich mit dem leben und lernen in verschiedenen Ländern zu befassen und kritische Vergleiche
    anzustellen zu können.

Weitere Informationen zum Differenzierungsfach „Europa“:

Pädagogik in der Oberstufe

Die Leitfrage für die dreijährige Beschäftigung mit Erziehungsproblemen in der Oberstufe lautet:

Wie kann der Erzieher die Persönlichkeit des Menschen – in der Regel des jüngeren Menschen – fördern?

Konkret beschäftigen wir uns dabei mit Fragen wie:

  • Was wäre der Mensch ohne Erziehung?“ – Erziehungsbedürftigkeit und Erziehungsfähigkeit
  • „Stilvoll erziehen?“ – Welche Erziehungsstile gibt es und welche Erziehungsziele sind erstrebenswert?
  • „Früher und heute, hier und da“ – Erziehungsziele im historischen und kulturellen Kontext
  • „Was hat Lernen mit Erziehung zu tun?“ – Lernen im pädagogischen Kontext
  • „Lust und Frust“ – Eine pädagogische Sicht auf Modelle psychosexueller und psychosozialer Entwicklung: Freud und Erikson
  • „Erziehung überflüssig? – Schwerstarbeit Erwachsenwerden“ – Entwicklungsaufgaben der Lebensphase Jugend nach Hurrelmann
  • „Ich schlage, also bin ich“ – Pädagogische Prä- und Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt auf der Grundlage unterschiedlicher Erklärungsansätze
  • Erziehung im Nationalsozialismus
  • „Hilf mir, es selbst zu tun“ – Die Pädagogik Maria Montessoris

Was man dazu noch wissen sollte:

Auf pädagogische Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Deshalb ist der Unterricht komplex, anspruchsvoll und multiperspektivisch. Man lernt wissenschaftliche Theorien verschiedener
Disziplinen kennen, die auf pädagogische Alltagssituationen angewendet werden sollen. Kommunikation im Unterricht ist dabei genauso wichtig wie die Fähigkeit, sich in Klausuren und
schriftlichen Aufgaben sprachlich gewandt ausdrücken zu können.

Was kann dir das Fach Pädagogik persönlich bringen?

Pädagogikunterricht regt dazu an,

  • sich selbst im Zusammenspiel mit der sozialen Umwelt bewusster wahrzunehmen.
  • das eigene Handeln und den Umgang mit anderen Menschen besser zu reflektieren und dadurch positiv zu beeinflussen.
  • sich konstruktiv mit der eigenen Entwicklungsgeschichte auseinanderzusetzen und dabei die Veränderungen des eigenen Denkens und Fühlens zu beobachten sowie körperliche, affektive, geistige und moralische Reifungsprozesse zu begreifen und zu verstehen.
  • die eigene Mündigkeit in gesellschaftlicher Verantwortung voranzutreiben.
  • den eigenen Lernprozess zu reflektieren und Lernprozesse vernünftig zu gestalten.

Daneben bereitet Pädagogikunterricht auf ein breites erzieherisches Berufsfeld vor. Man erwirbt aber auch Wissen und Fähigkeiten, die man in allen Berufen anwenden kann, in denen mit
Menschen gearbeitet wird.

Weitere Informationen: