Mitreißendes Musical „Knastschwestern“ begeistert das Publikum

Am 29. und 30. Mai 2026 öffneten sich die Gefängnismauern des HMP Larkhall Frauengefängnis auf der Aulabühne der Marienschule Euskirchen. Der Vokalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe Q1 präsentierte das Musical „Knastschwestern“ von Kath Gotts und Maureen Chadwick unter der Leitung von Maren May und Jan Philipp Röser und fesselte das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute.
Das Musical von Kath Gotts (Musik und Liedtexte) und Maureen Chadwick (Buch), basierend auf der britischen Fernsehserie Bad Girls, erzählt eine bewegende Geschichte über Machtmissbrauch, Sexismus, Liebe, Solidarität und die Würde des Menschen. Im Mittelpunkt steht die manipulative Gefangene Shell Dockley (Dominika Leszczynska), die gemeinsam mit ihrer Verbündeten Denny Blood (Eleni Gross) das Leben im Gefängnis bestimmt und andere Insassinnen einschüchtert. Ihr gegenüber steht die engagierte Aufseherin Helen Stewart (Julia Walter), die sich für einen respektvollen Umgang mit den Gefangenen einsetzt und dabei immer wieder mit dem korrupten Aufseher Jim Fenner (Leopold Bischof) aneinandergerät. Als die neue Gefangene Rachel Hicks (Mia Dehnhard) unter mysteriösen Umständen stirbt, wächst unter den Insassinnen der Verdacht gegen Fenner. Gemeinsam beginnen sie einen mutigen Kampf um Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Die Aufführung überzeugte mit einer gelungenen Mischung aus mitreißendem Musicalgesang, abwechslungsreichen Choreographien und eindrucksvollen schauspielerischen Leistungen. Denn die Darstellerinnen und Darsteller sparten nicht an der humorvollen oder bedrohlichen Darstellung ihrer überzeichneten und frechen Charaktere, einer ordentlichen Portion Pöbelei und Szenen romantischer Liebe.
Die berührende Liebesgeschichte zwischen Helen (Julia Walter) und Nikki (Samantha Marx) setzte einen emotionalen Kontrapunkt zu den bedrückenden Szenen des (Macht-)Missbrauchs, die Leopold Bischof als Jim Fenner eindrucksvoll bot. Das Ensemble der Knastschwestern setzte sich kraftvoll zur Wehr; tanzte, kämpfte und schrie lautstark auf der Bühne, um der Ungerechtigkeit und den Verbrechen ein Ende zu setzen.
Das Liebes-Happy-End und der Ausbruch zweier Insassinnen auf zwei E-Rollern sorgten für einen berührenden und lustigen Abschluss des eindrucksvollen Bühnenprogramms.
Für die passende musikalische Begleitung sorgte die Band mit Klavier (Florian Romberg), Bass (Marc Stangenberg), Schlagzeug (René Lingscheid), Trompete (Victoria Haase), Querflöte (Polina Starytska), Saxophon (Verena Sonntag-Park) und Klarinette (Michael Luke).
Das Publikum verfolgte die Aufführung mit großer Aufmerksamkeit und belohnte die Mitwirkenden am Ende mit lang anhaltendem Applaus und Standing-Ovations. Die gelungene Inszenierung zeigte eindrucksvoll, dass „Knastschwestern“ weit mehr ist als ein klassisches Musical: Es erzählt eine bewegende Geschichte über Mut, Zusammenhalt, den Einsatz für Gerechtigkeit und Liebe – Themen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Die Aufführung wird den Besucherinnen und Besuchern und allen voran den Sängerinnen und Sängern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben und war ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie kraftvoll Musik, Schauspiel und Tanz gesellschaftlich relevante Themen auf die Bühne bringen können.





