Frankensteins Monster mischt die Oberstufe auf

“There is something at work in my soul, which I do not understand.”- dieses und andere bekannte Zitate hallten am 21. April vor gebanntem Publikum im Rahmen der Theateradaption von Mary Shelleys „Frankenstein“ durch die Aula. Das Phoenix-Theater war zu Gast und bereitete Schüler:innen unserer EF und Oberstufenschüler:innen des Sankt-Michael-Gymnasiums aus Bad Münstereifel ein unvergessliches Theatererlebnis. Das Beste daran: das Stück wurde auf Englisch gespielt!
Englischunterricht, gerade in der Oberstufe, in der eine Klausur die nächste jagt und die Schüler:innen alle Hände voll damit zutun haben, Texte zu analysieren, zu kommentieren und zusammenzufassen, kann manchmal schnell langweilig werden. Die Möglichkeit, authentischen Englischsprechern im Rahmen eines Theaterstücks zu lauschen, kommt da ganz gelegen. Vor allem, wenn es so viel Spaß macht!
Kurz vor Beginn des Stücks herrschte eine gewisse Anspannung im Publikum. Bestimmt gingen den Schüler:innen Fragen wie „Was würde uns erwarten?“ oder „Würden wir alles verstehen?“, durch den Kopf. Das Stück wurde schließlich auf Englisch gespielt!
Doch jegliche Befürchtungen waren wie weggeblasen, als die Schauspieler die Bühne betraten und mit fester Stimme und tosenden Soundeffekten direkt zu Beginn Frankensteins Monster zum Leben erweckten- und zwar mit Hilfe des Publikums!
Immer wieder durchbrachen die beiden Schauspieler die vierte Wand- die imaginäre Grenze zwischen Schauspieler und Publikum- um mit den Schüler:innen zu interagieren: so holten sie mal einen verdutzten Schüler auf die Bühne, um ihn Rätsel zur Erweckung des Monsters lösen zu lassen, mal sollten drei Furchtlose den Erstkontakt mit dem Monster herstellen und ihm die ersten Sätze beibringen und mal sollte ein spontanes Dancebattle auf der Bühne dem Monster die richtigen Bewegungen beibringen. Hin und wieder wurden unsere Schüler:innen aber auch in Angst und Schrecken versetzt, wenn das Monster plötzlich von der Bühne sprang und unbeholfen durch und über die Stuhlreihen kletterte. Besonders diese interaktiven Elemente machten unserer Oberstufe sichtlich Freude: hier wurde begeistert mitgeklatscht, gelacht und angefeuert.
Je tiefer das Publikum in das Stück eintauchte, desto mehr fieberte es mit. So wurde jeder Mord des Monsters, jeder Disput, jegliche Freude und Verzweiflung gebannt verfolgt und flüsternd diskutiert.
Als schließlich die beiden Schauspieler nach gut einer Stunde zum Ende kamen, ernteten sie donnernden Applaus unserer begeisterten Schüler:innen.
Ein letztes Highlight war dann noch die QA-Runde, in der die Schüler:innen Gelegenheit hatten, die Schauspieler zu befragen. Dies bot den Lernenden die seltene Möglichkeit, mit Muttersprachlern auf Englisch zu sprechen, etwas, das von vielen durch tolle, durchdachte Fragen wahrgenommen wurde. Dabei wurde deutlich, wie viel Freude die beiden Briten bei der Beantwortung der Fragen unserer neugierigen Schüler:innen hatten.
Als schließlich das Publikum aus der Aula strömte, sah man rundum- egal ob Gast aus dem befreundeten Gymnasium, Marienschüler:in oder Lehrkraft- in begeisterte Gesichter.
Nun ist bereits in Planung, das Phoenix-Theater auch im nächsten Jahr, dann mit einem anderen Stück, einzuladen.



