Herzlich willkommen bei Freunden! – Unser dritter Polen-Austausch in Euskirchen

Wie wunderbar, dass unser eigentlich noch junger Austausch mit dem Liceum Osuchowskiego in Cieszyn (Schlesien, Polen) schon so etwas wie eine Tradition geworden ist: Vom 27.05. – 03.06.2026 waren 14 polnische Schülerinnen und Schüler, begleitet von zwei Lehrkräften, zu Gast an der Marienschule.
Unser Programm war am Projektthema „Industrialisierung und Industriekultur im Rheinland“ ausgerichtet. Vormittags hospitierten die Gäste im Unterricht, mittags gab es dank des unglaublichen Engagements von Frau Namislo, Frau Seul und Frau Hoffmann selbst zubereitetes und richtig leckeres Essen in der Schulküche, dann brachen wir zu verschiedenen thematischen Exkursionen auf. Aber der Reihe nach.
Die polnische Gruppe hatte einen Linienbus genommen und war 24 Stunden zu uns unterwegs gewesen, sodass alle müde und hungrig am späten Mittwochmittag an der Marienschule ankamen und froh waren, von den teilnehmenden Marienschülerinnen und -schülern der Klassen 10 und der Stufe EF freudig begrüßt zu werden, mit Essen und Getränken verwöhnt zu werden und sich dann in den Gastfamilien ausruhen zu können.
Am nächsten Vormittag mussten die Teilnehmer der zehnten Klassen die Zentrale Abschlussprüfung in Mathematik schreiben. Wie gut, dass die Marienschüler der EF in dieser Zeit alle polnischen Gastschüler mit in ihren Unterricht nahmen! Nachmittags stand mit einer Exkursion nach Köln ein erstes Highlight auf dem Programm: Wir nahmen an einer englischsprachigen Führung im Schokoladenmuseum teil, besichtigten das modern umgestaltete Gelände des Rheinauhafens und warfen einen Blick in den Kölner Dom.
Der Freitag war ein ausgefüllter Tag, da wir nachmittags das Bergbaumuseum in Mechernich besuchten, wo wir an einer spannenden und lehrreichen Tour unter Tage teilnahmen, und abends die grandiose Aufführung des Musicals „Knastschwestern“ in unserer Aula genossen.
Wie lohnenswert ein Ausflug in die Papierstadt Düren ist, erfuhren wir am Samstag: Sehr kurzweilig und auch lehrreich waren unser Kreativworkshop und das Papierschöpfen im dortigen Papiermuseum. Nachmittags machten wir uns auf einen kurzweiligen Streifzug durch den „Grüngürtel“, einem historischen Arbeiterviertel, welches nach dem Ersten Weltkrieg entstand und eine außergewöhnliche Architektur aufweist.
Den Familientag verbrachten wir entspannt mit verschiedenen Unternehmungen und genossen gemeinsame Erlebnisse und schöne Gespräche.
Am Montagnachmittag unternahmen wir eine Rallye entlang der versteckten Baudenkmäler der Industriekultur im Euskirchener Stadtzentrum, wobei sogar die alteingesessenen Euskirchener etwas Neues über die Geschichte der Stadt lernen konnten. Zum Abschluss trafen wir uns in einer Eisdiele, wo alle eine Kugel Eis bekamen und sich über das traumhafte Wetter freuten.
Am folgenden Tag wurden wir von unserem Bürgermeister Sacha Reichelt in der neuen Stadtverwaltung zu einer Gesprächsrunde empfangen. Ihn interessierte, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Euskirchen und Cieszyn unsere polnischen Besucher festgestellt haben, und was ihnen hier besonders gefällt.
Die letzte Exkursion führte uns ins Rheinische Industriemuseum nach Kuchenheim, wo wir lernten, wie Tuch aus roher Wolle hergestellt wird. Dabei wurde uns bewusst, unter was für harten Bedingungen die Menschen damals gearbeitet haben.
Für die Evaluation am Abreisetag hatte sich die Gruppe der Marienschule etwas Besonderes ausgedacht: Wir notierten unser Feedback zum Schüleraustausch auf der Rückseite von weißen T-Shirts. Auf diese Weise konnten alle Teilnehmer eine Erinnerung an diese großartige Woche mit nach Hause nehmen. Beim Abschied von unseren polnischen Freunden flossen zwar Tränen, aber der Rückaustausch ist bereits für den kommenden März geplant, sodass wir uns jetzt schon auf ein Wiedersehen in Polen freuen können.
Es war eine intensive, abwechslungsreiche Woche, die wunderbare persönliche Begegnungen ermöglichte.
Für die sehr großzügige finanzielle Förderung dieses Austauschprojekts sind wir dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk sehr dankbar.
(M. Kleinebreil)




