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Theater-AG:"Woyzeck" Drucken
Friday, 11. May 2012 Aufrufe : 978
Manege frei für das Subjekt Woyzeck!
Theater-AG zeigt Büchners Drama als schrilles Panoptikum Euskirchen.
 
Stich, Woyzeck, stich tot! Wie soll man da nicht hinhören, wenn die Stimme dauernd und immer wieder denselben Satz ruft? Stich tot, Woyzeck! Wenn einem das ganze Leben unter den Füßen wegbricht? Wenn man arbeitet und arbeitet und sich abhetzt, um sein Kind zu ernähren, aber nichts als Fußtritte erntet? Bis man am Ende eben tut, was die Stimmen im Kopf befehlen!
 
Schwere Kost, an die sich die Theater-AG der Marienschule unter der Regie von Jürgen Bönsch da heranwagt. Die Geschichte des Franz Woyzeck, der sich als Versuchskaninchen für pseudomedizinische Experimente benutzen lässt, der wie ein Fußabtreter geschunden wird, ehe ihm die Sicherungen durchbrennen, weil die Gesellschaft über einen wie ihn einfach hinweggeht.
 
Es ist ein schrilles Personenpanoptikum, das Büchner in seinem Stück entworfen hat. Alle sind irgendwie durchgeknallt und selbstfixiert. Für Halt, Ehrlichkeit, Liebe ist in dieser Welt kein Platz. Wie in einer Manege werden die Menschen vorgeführt, allen voran Woyzeck, der von seiner Marie ausgenutzt und betrogen wird. Mit dem Tambourmajor! Stich tot, Woyzeck!
 
Die Inszenierung versucht, in Woyzecks Kopf einzusteigen, die Stimmen hörbar zu machen, die ihn quälen und verfolgen. Das Publikum steigt schließlich ein in Woyzecks Manege. Die Bühne steht in der Mitte, die Zuschauer sitzen im Kreis um die enge Fläche herum. So entsteht eine fast bedrückende Nähe zum Geschehen, der man sich nicht entziehen kann und die den jungen Schauspielern eine Menge Mut abverlangt.
 
Am 04., 05. und 11. Mai öffnet die Manege in der Marienschule um 19.30 Uhr ihre Tore. Hereinspaziert! Sehen Sie, bestaunen Sie die geschundene Kreatur, das Subjekt Woyzeck! Karten (6/4 €) gibt es im Sekretariat der Marienschule und an der Abendkasse.

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