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Praxissemester

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Erlebnisbericht – unser Praxissemester an der Marienschule

In der Uni lernt man viel über verschiedene Theorien, dabei kommt die Praxis oft zu kurz. Im Fachdidaktikseminar haben wir z.B. einige Unterrichtsverläufe geschrieben. Ob diese aber umsetzbar wären, sollten wir erst im Praxissemester erfahren. Von Februar bis Juli 2017 haben wir unser Praxissemester an der Marienschule absolviert. Diese fünf Monate Praxiserfahrung haben uns einige Einblicke in die Schule und erste eigene Unterrichtserfahrungen gebracht. Davon wollen wir Euch hier ein wenig berichten.

Ein langer Tag an der Marienschule beginnt um 7:40 Uhr und endet um 15:20 Uhr. Knapp 1,5 Stunden davon sind Pause. 6 Stunden finden im Klassenraum statt: Unterricht, Klassenrat, Lernzeiten. Das alles füllt einen Tag an der Marienschule. Natürlich bestand also auch unser Praxissemester zum Großteil aus Unterricht: Hospitationen im fremden Unterricht, eigenen Unterricht halten oder Teile von Unterricht übernehmen. Auch wenn man von der Beobachtung fremden Unterrichts jede Menge mitnehmen kann, brachte die Durchführung eigenen Unterrichts den größten Erfahrungszuwachs im Praxissemester. Denn hier durften wir viel über uns selber, unsere Persönlichkeit, unser Lehrerinnenverhalten und guten Unterricht lernen. Welche Fragen beantwortet man lieber? Die zehnte Frage nach der richtigen Farbe zum Unterstreichen oder ob man zum fünften Mal die geübte Analyse berichtigen kann. Schnell findet man seine Lieblingsklassen. Das sollte man auch ausnutzen, denn eine gute Beziehung zu den SchülerInnen erleichtert einem das Fehlermachen. Gescheiterte Unterrichtsversuche und Fehler gehören nämlich dazu. Kreide am T-Shirt, durch das eigene Gestikulieren den Schwamm durch die Klasse schleudern, zum achten Mal nachfragen, was der Schüler oder die Schülerin gesagt hat, weil man selbst gefühlt schon taub ist, kaputter OHP, Probleme mit dem Beamer, eine so unklare Aufgabe stellen, dass man die Fragezeichen in den Gesichtern der SchülerInnen nicht übersehen kann oder einfach einmal blöden Unterricht machen.

Auch bei den Unterrichtsbesuchen ist nicht alles glatt gelaufen. Hier sind Spontaneität und Flexibilität gefragt. Wird kurz vorher der Raum gewechselt oder fällt die vorherige Stunde aus, dann fühlt man sich schon einmal wie im richtigen Schulalltag. Doch auch das trägt zur Weiterentwicklung bei. Letztlich bietet das Praxissemester die einmalige Möglichkeit sich auszuprobieren ohne dass man bewertet wird.

Nun zu den guten Dingen, die uns im Praxissemester an der Marienschule widerfahren sind. Zum einem wären da die FachmentorInnen. Wann immer wir eine Beratung, Unterstützung, einen Rat zum Studienprojekt, zu Unterrichtsvorhaben oder einfach zum LehrerInnendasein brauchten, waren diese immer zur Stelle. Vor allem von den vielen Erfahrungen der MentorInnen konnten wir profitieren. Nicht dass das schon genug wäre, nein! Zum anderen haben wir uns jede Woche mit unseren AusbildungsberaterInnen zu einem festen Jour fixe getroffen. Hier konnten wir unsere eigenen Erfahrungen reflektieren und auch mal über die zahlreichen Aufgaben (vor allem über das Studienprojekt) jammern. Die Betreuung an der Marienschule war für das Praxissemester auf jeden Fall fantastisch.

Neben Unterricht und Schulalltag haben wir auch viel gesehen, was in den außerunterrichtlichen Bereich fällt. Von einer Debatte zu G8/G9 bis zur eigenen Karnevalssitzung über die Literaturkursaufführung der Q1 war alles dabei. Die zahlreichen Konferenzen sind hierbei natürlich nicht zu vergessen. Außerdem waren die auch gar nicht so schlimm. Gehört ja mit dazu. Nicht zuletzt wird hierdurch der Austausch im Kollegium gefördert und vertieft. Die LehrerInnen, die man sonst im Lehrerzimmer nicht sieht, setzen sich vielleicht bei einer Konferenz neben einen. So entstehen interessante Gespräche und neue Kontakte.

Unser Tipp für Euch: Probiert alles aus, was das Praxissemester bietet, seid offen für neue Erfahrungen, neue Perspektiven und stresst Euch nicht zu sehr!

von Rebecca Scheja und Kimberley Mikolajetz