Erprobungsstufe

Allgemeines

Die vordringliche Aufgabe der Erprobungsstufe liegt darin, den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium pädagogisch zu gestalten und den Bildungsweg der Schülerinnen und Schüler möglichst nahtlos fortzusetzen. Dazu wurden an der Marienschule folgenden Bausteine entwickelt und umgesetzt.

 

Ganztag in der Erprobungsstufe

Die Marienschule ist seit dem Schuljahr 2009/2010 ein Ganztags-Gymnasium. Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen haben sich ganz bewusst für diesen Weg entschieden, um die vorgegebenen schulpolitischen (G8) und gesellschaftlichen Veränderungen sinnvoll umzusetzen und die eingeräumten Gestaltungsspielräume aktiv zu nutzen. Wir sind davon überzeugt, dass der Ganztagsbetrieb für die Schülerinnen
und Schüler viele Vorteile bietet. Dazu gehört vor allem die stärkere Konzentration auf die individuellen Leistungsmöglichkeiten und Leistungsfähigkeiten des Einzelnen, aber auch die Umwandlung der Schule in einen Lern- und Lebensraum. Daraus ergeben
sich für uns folgende Aufgaben:

  • verstärkte Rhythmisierung des Unterrichts
  • sinnvolle Integration individueller Förderung in den Schultag
  • Förderung der Kreativität (u.a. im AG-Bereich)
  • Strukturierung des Schultages mit sinnvollen Pausen
  • Möglichkeit, Hausaufgaben betreut in der Schule zu erledigen
  • Vermittlung von sozialen und methodischen Schlüsselqualifikationen.

Schwerpunkte und Zweige

Die Klassen der Erprobungsstufe haben unterschiedliche Profile. Um eine bestmögliche individuelle Förderung zu ermöglichen und den Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler von Beginn der gymnasialen Laufbahn an entgegenzukommen, kann bei der Anmeldung die Wahl zwischen einem bilingualen, einem naturwissenschaftlichen und einem musischen Schwerpunkt getroffen werden. Dabei stehen im Stundenplan der Erprobungsstufe jeweils zwei zusätzliche Wochenstunden für Englisch, Naturwissenschaften oder Musik zur Verfügung.

Eine genaue Beschreibung der Profile finden Sie unter diesem Link.

 

Fremdsprachenfolge

An der Marienschule wird abder Jahrgangsstufe 6 Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache unterrichtet. Französisch, Latein und Spanisch können auch in der Jahrgangsstufe 8 im Differenzierungsbereich gewählt werden. In der Oberstufe bieten wir Russisch als neu einsetzende Fremdsprache an.

 

Auswahl des Lehrerteams

Die Klassenlehrer/innen und Fachlehrer/innen werden sorgfältig unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit in der Erprobungsstufe ausgewählt.

Dies ist insbesondere deshalb von großer Bedeutung, weil die Erprobungsstufe unmittelbar an die Arbeitsergebnisse und Arbeitstechniken der Grundschule anknüpft und sich dabei (möglichst) ohne Bruch allmählich von ihr löst und zu den Arbeitsweisen hinführt, die für die Schulform des Gymnasiums typisch sind. Dazu gehören neben den Lernleistungen auch im zunehmenden Maße die Reflexion über Fragestellungen
und das eigenständige Erarbeiten von Problemstellungen. Neben der begründeten Wahl von Lösungsmethoden lernen die Schülerinnen und Schüler auch ihre Arbeitsergebnisse zu dokumentieren und zu präsentieren.

Klassenlehrer/innen

Der Schulleiter wählt in enger Zusammenarbeit mit der Erprobungsstufenleiterin und in Absprache mit den ausgewählten Kolleg/innen möglichst frühzeitig die Klassenlehrer/innen der zukünftigen 5. Klassen aus. Diese Lehrer/innen hospitieren an den abgebenden Grundschulen am Ende des 4. Schuljahres, um einen ersten Kontakt mit ihren zukünftigen Schüler/innen herzustellen.

Fachlehrer/innen

Um den Übergang zum Gymnasium zu erleichtern, sind wir an der Marienschule bemüht, die Fachlehrer in den Klassen 5 so auszuwählen, dass sie nicht nur ein Fach in der jeweiligen Klasse unterrichten.

Zusammensetzung der Klassen

Die Klassen der 5. Jahrgangsstufe werden so zusammengesetzt, dass Gruppierungen innerhalb der ehemaligen Grundschulklassen möglichst erhalten bleiben. In der ersten Woche wird der Unterricht weitgehend von den Klassenlehrer/innen übernommen, damit den Kindern der Übergang erleichtert wird und sie sich schnell in ihrer neuen Schule zuhause fühlen.

Erprobungsstufenkonferenzen

Im Verlauf der Klassen 5 und 6 werden pro Schüler vier Erprobungsstufen- oder Beobachtungskonferenzen durchgeführt, zu denen – insbesondere zur ersten Konferenz der Klasse 5 – auch die ehemaligen Klassenlehrer/innen der Grundschulen eingeladen werden.

Die Durchführung dieser Beobachtungskonferenzen ist gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings ist das Kollegium der Marienschule bemüht, die Beurteilung der ihm anvertrauten Schüler/innen erst allmählich unter dem Leistungsaspekt zu verstehen. So wird z.B. bei der ersten Beobachtungskonferenz im ersten Halbjahr der Klasse 5 über Noten nur in Ausnahmefällen gesprochen; vielmehr dienen die Gespräche hauptsächlich dem Austausch mit den ehemaligen Grundschullehrer/innen, um zu einer fundierten Einschätzung zu gelangen,

  • wie dem Schüler oder der Schülerin der Übergang zum Gymnasium gelungen ist,
  • wie das individuelle Förderangebot im Ganztag zu optimieren ist und
  • ob aus Sicht der unterrichtenden Lehrer die richtige Schulwahl getroffen wurde.

Zusätzlich finden seit dem Schuljahr 2007/08 gegenseitige Hospitationen mit einigen Grundschulen statt. Diese Zusammenarbeit fördert die Marienschule zusätzlich als einladende Schule des Kompetenzteams Euskirchen durch gemeinsame Arbeitssitzungen, in denen der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium fachlich besprochen und koordiniert wird.

Pädagogische Bausteine in der Erprobungsstufe

Das Ganztagsgymnasium Marienschule Euskirchen setzt die folgenden erfolgreichen und erprobten pädagogischen Bausteine in der Erprobungsstufe um:

  • Soziales Lernen – Neben dem Fachunterricht legen wir an unserer Schule Wert darauf, unsere Schüler in Sozialkompetenzen zu stärken. Daher fördern und stärken wir in der Unterrichtsstunde „Soziales Lernen“ das positive Sozialverhalten unserer Schüler, festigen und trainieren Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeiten.
  • Methodentraining – Im Methodentraining werden Methoden des selbständigen Lernens und Prinzipien der Arbeits- und Lernorganisation besprochen um die Schüler/innen an die Arbeitsweise des Gymnasiums heranzuführen. Im Silentium und im Vokabellernraum werden diese Methoden eingeübt. Ebenso gehört dazu seit dem Schuljahr 2007/08 auch das IT-Projekt, in dem die Schülerinnen und Schüler den Internetführerschein bekommen und somit die neue Schlüsselqualifikation der „Medienkompetenz“ erlangen können.
  • Schüler helfen Schülern – Wir fördern Schülerinnen und Schüler, bei denen vorübergehende Lernschwierigkeiten auftreten, im Rahmen unseres Projektes „Schüler helfen Schülern“. Von den Lehrern ausgesuchte Oberstufenschüler üben mit diesen Kindern nach Absprache mit den jeweiligen Fachlehrern und helfen die Schwächen zu beseitigen.
  • Klassenfahrt der Jahrgangsstufe 5 – Im Laufe des Schuljahres (meistens im Herbst) unternehmen alle Klassen der 5. Jahrgangsstufe
    eine dreitägige Klassenfahrt. Die Schüler/innen haben so Gelegenheit, sich in ihrer Klassengemeinschaft richtig einzuleben und zu orientieren, unabhängig vom Unterrichtsgeschehen in der Schule. Das Programm wird kurzfristig von den neuen Klassenlehrer/innen zum Schuljahresbeginn mit den Eltern abgesprochen und festgelegt.
  • Begleitung durch Paten – Verantwortungsbewusste ältere Schüler/innen stehen den Fünft- und Sechstklässlern während der Pausen und bei außerunterrichtlichen Veranstaltungen mit Rat und Tat zur Seite.
  • Verlässliche Schulbetreuung – Die Marienschule bietet am unterrichtsfreien Nachmittag (Mittwoch) eine Betreuung bis 16 Uhr an. Hier können die Schüler/innen u.a. in Kleingruppen und unter Aufsicht ihre Hausaufgaben machen und im Anschluss daran verschiedenen Beschäftigungen (Spielen, Sport) nachgehen.

Individuelle Förderung

Die in der Grundschule begonnene individuelle Förderung findet auf der Marienschule kontinuierlich ihre Fortsetzung. Während der Erprobungsstufe werden die Schülerinnen und Schüler in den Förderstunden Deutsch und Englisch in der Jahrgangsstufe 5 sowie Mathematik in der Jahrgangsstufe 6 leistungsdifferenziert und passgenau gefördert. Diese Stunden bieten den Kindern eine besondere Gelegenheit zum intensiven selbstständigen Üben und Vertiefen. Dabei werden sie sowohl beim Ausgleichen individueller Schwächen als auch bei der Weiterentwicklung besonderer Begabungen unterstützt.

Auch das anschließende Förderkonzept für die Jahrgangsstufen 7 und 8 gewährleistet
eine individuelle Förderung: In kleinen Gruppen können Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Rahmen von wöchentlich zwei Förderstunden individuelle Lücken in den Kernfächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Latein und Französisch schließen. Mit dem Ziel einer möglichst passgenauen Unterstützung arbeiten die Fach- und die Förderlehrer dabei eng zusammen. Parallel zu den Förderstunden finden
Projektstunden mit einem breitgefächerten Angebot für leistungsstärkere Schüler statt, die hier in ihren besonderen fachlichen Interessen gefordert werden.

AG-Bereich und weitere Angebote

Es werden Arbeitsgemeinschaften im Rahmen zusätzlicher Unterrichtsveranstaltungen eingerichtet. Seit dem zweiten Halbjahr 09/10 gibt es in der Marienschule eine

  • Planetopia AG“ die die Schüler und Schülerinnen auf eine gezielte Teilnahme an Wettbewerben wie der „junior science“-Olympiade vorbereiten soll (Baustein der Begabtenförderung)
  • mehrere Theater-AGs
  • Spanisch AG
  • Cambridge AG
  • Schulgarten AG und (Bienen AG)
  • Bücherei AG
  • Sporthelfer
  • Handball
  • Volleyball
  • Streitschlichter AG
  • eine Koch-AG
  • Chöre
  • Big Bands
  • Sportliche Wettbewerbe (wie z.B. Fußball-, Handball- und Basketballturniere) werden in unregelmäßigen Abständen durchgeführt.
  • Zu den gegebenen jahreszeitlichen Festen wird in der Klasse bzw. der Schule gemeinsam gefeiert.
  • In der Jahrgangsstufe 5 veranstaltet die Marienschule in Kooperation mit der Stadtbibliothek der Stadt Euskirchen einen Büchereitag.
  • In der Jahrgangsstufe 6 findet ein Vorlesewettbewerb statt.
  • Als zertifizierte Europaschule pflegen wir Austauschprogramme und Schulfreundschaften mit England, Frankreich, Griechenland, Russland und Israel.
  • Die Marienschule unterhält eine Schulfreundschaft mit der Grundschule in Sequantou (Piéla/Burkina Faso). Wir pflegen Briefkontakte und organisieren Spendenaktionen, dabei arbeiten wir eng mit dem Verein Partnerschaft Piela – Bad Münstereifel e.V. zusammen.
  • Die bewährte Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen (Schulpsychologischer Dienst, Suchtberatungsstelle, Gesundheitsamt, Kripo u.a.) in den Bereichen
    – Verkehrssicherheit
    – Gewaltprävention
    – Suchtprävention
    – Selbstsicherheitstraining für Mädchen und Jungen – starke Mädchen ist ab Klasse 5 ein wichtiger Baustein, die Schüler/innen für die Herausforderungen des Alltagslebens stark und selbstbewusst zu machen.

Abschluss der Erprobungsstufe

Die Ganztagsstruktur der Marienschule ermöglicht in den Klassen 5 und 6 eine intensive Förderung der Schülerinnen und Schüler, bei der die Stärkung der individuellen Fähigkeiten im Mittelpunkt steht. Wir sind der Überzeugung, dass durch die Vielzahl der von uns angebotenen Förderbausteine die Schülerinnen und Schüler gestärkt und erfolgreich die Erprobungsstufe durchlaufen. Aus langjähriger Beobachtung sehen
wir, dass nur für wenige Schülerinnen und Schüler am Ende der Erprobungsstufe ein Schulwechsel sinnvoll erscheint.

Wechsel der Schulform während der Erprobungsstufe

Ein Wechsel der Schulform (GS, RS, HS) während der Erprobungsstufe findet nur in Ausnahmefällen statt und ist grundsätzlich nur auf Antrag der Erziehungsberechtigten (nach eingehender Beratung mit der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer bzw. den Mitgliedern der Klassenkonferenz) möglich. In der Regel wird ein solcher Schulformwechsel am Ende des Schuljahres beantragt.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Die an der Marienschule unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer möchten die Kontakte zum Elternhaus möglichst eng und intensiv gestalten. Hierzu dienen neben den

  • wöchentlichen Sprechstunden der Lehrerinnen und Lehrer
  • die Elternsprechtage, die einmal pro Halbjahr angeboten werden,
  • der jährliche Tag der offenen Tür,
  • die Elternabende (zweimal pro Jahr).

Eine Bitte an die Eltern
Ein erfolgreiches Arbeiten in der Erprobungsstufe setzt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus voraus.

Die Verpflichtung der Eltern, diese Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes zu suchen, ergibt sich zum ersten Male bei Ihrer Entscheidung für die Schulform, die Ihr Kind in Zukunft besuchen soll.

Im Bedarfsfall stehen Ihnen Klassenlehrer/in, Erprobungsstufenkoordinatorin und Schulleiter jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.