Vocalnight 2019

Es schwang ein wenig Wehmut mit, als die 17-jährige Hannah am Sonntag gemeinsam mit ihren Klassenkameraden die Bühne in der Aula der Marienschule Euskirchen betrat. Seit mehr als fünf Jahren gehörten die regelmäßigen Auftritte mit dem Schulchor zum Alltag für die Oberstufenschülerin und nun sollte sie vermutlich zum letzten Mal vor das gebannt lauschende Publikum treten. „Ich bin eigentlich noch gar nicht bereit das alles aufzugeben. Schließlich hat mich dieser Chor fast meine gesamte Zeit hier auf der Schule begleitet.“ Da am Sonntag jedoch auch zwei ehemalige Schülerinnen das Ensemble unterstützten blieb ein wenig Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen bestehen.

Doch ob Wehmut oder Nervosität, kaum brachten die Schülerinnen und Schüler die ersten Töne über die Lippen, schien jegliche Anspannung verschwunden. „Im letzten Jahr mussten wir aufgrund der Jubiläumsfeier zum 150. Geburtstag der Marienschule auf die Vocalnight verzichten. Umso glücklicher waren alle, dass wir dies nun trotz Termindruck nachholen konnten“, berichtete Chorleiterin Barbara Luke. In den vergangenen vier Monaten standen nämlich bereits sechs Konzerte auf dem eng gestrickten Veranstaltungsplan und dennoch wollte sich niemand diese Gelegenheit entgehen lassen. „Bei der Vocalnight dürfen die Schüler ihre Lieblingstitel vorschlagen, die wir dann gemeinsam einstudieren und das ist natürlich für alle ein Highlight.“ So standen am Samstag sowohl Stücke wie Daniel Powters „Bad Day“, „Big big World“ von Emilia oder der „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten auf dem Programm der Singsons, Maryvoices und des Vokalpraktischen Kurses, der am Sonntag seine Bühnenpremiere feierte.

Voller Leidenschaft präsentierten die rund 100 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen zehn und 20 Jahren ihre Lieblingslieder und schon bald klatschte das gesamte Publikum vom Schwung der Chöre angesteckt im Takt. Meist mit der Unterstützung einer vierköpfigen Band bewiesen die jungen Sängerinnen jedoch bei Stücken wie „Call your Girlfriend“ ihre Kreativität, indem sie zum Titel passend alte Telefone zum Schlagen des Taktes nutzen. Obwohl Barbara Luke am Sonntag bewusst ein gekürztes Programm ausgewählt hatte, damit alle Beteiligten wieder rechtzeitig zum Euskirchener Tatort vor dem Fernseher sitzen konnten, wie die Chorleiterin scherzhaft bemerkte, fanden sie Zeit um zwei Chormitgliedern ein kurzes Geburtstagsständchen zu bringen. Einziger Wehrmutstropfen des Abends war die Tatsache, dass das von einem Schüler selbst arrangierte Stück zum Film „Bohemian Rhapsody“ kurzfristig aus Krankheitsgründen gestrichen werden musste. „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir dies in naher Zukunft nachholen können“, versicherte Luke. „Schließlich ist heute nicht der letzte Abend, an dem wir alle gemeinsam unsere Liebe zur Musik zum Ausdruck bringen können.“

C. Arndt

Autor: Nicole Schuldt

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