„Hamlet ist tot“ – Theater MSE

Hamlet ist tot.

Düsteres Freundesdrama an der MSE

Manchmal reißen alte Freunde alte Wunden auf. Und nichts ist so, wie das Gras zu sein vorgibt, das über die Sachen gewachsen ist.

Dani und Mani kommen nach Hause. Die Oma hat Geburtstag und außerdem ist grad Hannes gestorben, ein Freund von früher. Und so feiert man Geburtstag und geht dann noch auf das Begräbnis. Dort trifft man Freunde, deren Verlogenheit kaum noch zu ertragen ist. Man verabredet sich dennoch für später, um „das Wiedersehen zu feiern“. Zu Hause sind die Verhältnisse eingefroren: Die Mutter träumt davon, die Oma zu ermorden, der Vater wäre sie und sein altes Leben am liebsten gleich komplett los. Warten hilft da nicht. Manchmal hilft aber eine Schnur. Es muss jedenfalls endlich was passieren.

Das ist ungefähr die Versuchsanordnung, derer sich die Ehemaligen von Theater MSE annehmen. Tobias Zell und Laetitia Paez-Niezgoda spielen die heimkehrenden Geschwister angemessen desillusioniert. Nine Sina und Nicole Urbanek als „Freunde“ sowie die „Eltern“ Benno Schumacher und Leona Striewe bieten eine frustrierte und unterkühlte alte Heimat, in die man lieber nicht zurückkehren möchte und die niemand unbeschadet verlässt.

Die von Jürgen Bönsch gegründete Gruppe wagt sich mit „Hamlet ist tot. Keine Schwerkraft“ von Ewald Palmetshofer erstmals in eigener Regie an ein Stück. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Knapp 80 Minuten liegt eine unbestimmte Spannung über dem Drama, der sich das Publikum nicht entziehen kann.

Die Aufführungen finden am 15. Februar um 19:30 Uhr und am 17. Februar um 18:00 Uhr in der Aula der Marienschule statt. Karten (5 €) gibt es im Sekretariat der Marienschule und an der Abendkasse.

Autor: Nicole Schuldt

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