Besuch des NRW-Landtagspräsidenten André Kuper

Von Cedric Arndt

Euskirchen. Wie sieht der typische Alltag im Landtag aus? Wird man bald schon mit 16 Jahren auf Bundesebene wählen dürfen? Und was hat der Landtagspräsident eigentlich mit der Glocke vor, die bei Sitzungen auf seinem Tisch steht? Dies alles sind Fragen, für die sich die Schülerinnen und Schüler der Marienschule Euskirchen interessieren. Bei dem Besuch des NRW-Landtagspräsidenten André Kuper am Montag hatten sie endlich Gelegenheit, ihre Neugier zu stillen. Dabei bewiesen die Jahrgangsstufen Q1 und Q2, die an der Gesprächsrunde teilnahmen, zum Teil bereits sehr fundiertes Wissen über zahlreiche politische Themen. So beantwortete André Kuper nicht nur Fragen über seine ursprünglichen Berufswünsche oder seine Nervosität vor großen Ansprachen, sondern musste den Schülern auch über Braunkohleabbau, Atomstrom oder einem möglichen Burkaverbot Rede und Antwort stehen. Zwar hielt sich der Landtagspräsident mit seiner eigenen Meinung meist ein wenig bedeckt, gab jedoch ausführlich Auskunft über bereits getroffene Beschlüsse. „Im Landtag fungiere ich als eine Art Schiedsrichter“, so Kuper. Die Hauptaufgabe dieses Amtes bestehe darin, zwischen den einzelnen Interessengruppen zu vermitteln und jeder Meinung Gehör zu verschaffen. „Eigene Ansichten muss ich als Präsident oftmals in den Hintergrund rücken.“

Trotz gewahrter Neutralität fand André Kuper jedoch auch einige deutliche Worte. Ein mögliches Fahrverbot in Innenstädten aufgrund steigender Luftverschmutzung bezeichnete er beispielsweise als völlig falschen Ansatz. „Wir sollten viel eher an einer Technologie arbeiten, die den Schadstoffausstoß von Kraftfahrzeugen im Allgemeinen reduzieren kann.“ Auch ein 100 Prozentiger Umstieg auf erneuerbare Energien wie Sonnen- oder Windkraft sei bei dem jetzigen Stand der Technik nur schwer umzusetzen. „Solange es keine Möglichkeit gibt den durch alternative Energien erworbenen Strom zu speichern, säßen wir an einem windstillen und regnerischen Tag wie heute schnell im Dunkeln.“
Mit großer Neugier lauschten die Schülerinnen und Schüler den Ausführungen des Landtagspräsidenten und stellten nur wenige Wochen nach der an der Marienschule durchgeführten Juniorwahl ein weiteres Mal ein großes Interesse für das politische Geschehen unter Beweis. „Da es leider nicht immer möglich ist, allen Schülern einen Besuch im Düsseldorfer Landtag zu ermöglichen, bin ich besonders froh, dass stattdessen der Landtag hin und wieder in die Schulen kommt“, freute sich Euskirchens Bürgermeister Dr. Uwe Friedl. Jeder Mensch sei auf irgendeine Weise an die Politik gebunden. Daher sei es sehr begrüßenswert, derartige Themen schön früh ins Bewusstsein zu rufen. Diese Meinung dürfte auch der 16-jährige Linus, Schüler der Q1 an der Marienschule, teilen. „Meine Eltern haben mich so erzogen, dass ich mich nicht nur über mein Umfeld informiere, sondern mich auch damit auseinandersetze.“ Zudem sei der Meinungsaustausch mit anderen engagierten Menschen nicht nur enorm wichtig, sondern mache auch großen Spaß. „Schließlich sind wir die Generation, die mit den heute getroffenen Entscheidungen leben muss.“

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Autor: Thorsten Gehrmann

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